Das können Sie bei Stichen tun
Insektengift ist die Hauptursache bei spitalsbehandelten Vergiftungen – was können Sie tun, um Stiche zu verhindern? Wie reagieren Sie bei einem Stich richtig? Durch Stiche der Biene und ihren nahen Artverwandten kamen in der vorigen Saison rund 1.400 Menschen ins Spital; etwa die Hälfte davon sind Kinder. Das Gift der Bienen zählt zu den stärksten der Tierwelt, das vor Alkohol, Kohlenmonoxid oder Pilzen die meisten stationär behandelten Vergiftungen verursacht. 40.000 Menschen sind gegen Stiche allergisch Bienen sterben auf jeden Fall, wenn sie Menschen stechen. „Rund 40.000 Österreicher und Österreicherinnen könnten einen Bienen- oder Wespenstich mit dem Leben bezahlen“, informiert Dr. Rupert Kisser, Leiter des Instituts »Sicher Leben«, „sie sind gegen das hochwirksame Eiweißgift allergisch und reagieren darauf innerhalb weniger Minuten ähnlich wie auf einen Herzinfarkt mit Kreislaufzusammenbruch, Atemnot und Todesangst“. Im Frühsommer sind die brummenden Insekten fleißig auf der Suche nach Nahrung und deshalb besonders umtriebig. Im Spätsommer hingegen sind die Bienen am Höhepunkt ihrer Kraft, Nektar finden sie dagegen kaum mehr. Unerwartete Vorkommen wie Speiseeis oder Limonade löst bei ihnen noch einmal »Goldrausch« aus. Ihre »Waffe« sitzt daher lockerer als im Hochsommer. Bei Begegnungen mit Bienen sollten Sie schnelle Bewegungen vermeiden und im Falle eines Stiches kalte Umschläge, Kochsalz auf die Wunde auftragen sowie Calcium-Brausetabletten bei Kreislaufproblemen einnehmen. Mittagszeit ist Schwarmzeit. Die Aktivität der Fluginsekten steigt mit dem Lauf der Sonne. Je wärmer, desto lebhafter. Gerade zu »High Noon« schwitzen aber auch Menschen am stärksten und essen und trinken Gesüßtes. Schweiß und Zucker locken die Tiere über weite Strecken an. Sie umkreisen hastig die Personen, die sich in der Nähe der entdeckten Futterquelle befinden. Diese beginnen mit den Händen um sich zu schlagen und reizen so die Biene oder Wespe. Ein gereiztes Tier lässt sich nicht mehr so schnell abschütteln. Symptome wie bei Vergiftungen übliche Vergiftungserscheinungen sind Anschwellen und Rötung der verletzten Körperstelle, Schmerzen in Lymphknoten und Gelenken nahe der Einstichstelle, Kopfschmerzen, erhöhte Temperatur sowie leichte Kreislauf- und Atembeschwerden. Die Anzeichen dauern im Normalfall meist nicht länger als zwei Tage. „Besonders gefährlich sind Stiche im Gesicht sowie Mund- und Rachenraum, da die Atemwege anschwellen. In diesem Fall sollte sofort die Rettung verständigt werden. Wenn der Gestochene bei Bewusstsein ist, sollte er Eis lutschen um die Schwellung zu lindern“, rät Dr. Kisser. Verhaltensregeln Wespen und Bienen sind zwar »bewaffnet«, können Angst »riechen« und misstrauen raschen Bewegungen. Killer sind unsere heimischen Rassen aber nicht. Wer beim Show-Down cool bleibt, hat nichts zu befürchten. Limonadenflaschen immer auswaschen, bevor sie in den Müll kommen. Zuckersüße Mülltonnen locken Schwärme von Nektarsammlern in die Umgebung eines Hauses. Limonadengläser im Freien abdecken. Bienenstachel mit einer Pinzette ausreißen oder mit dem Fingernagel wegkratzen. Die mit dem Stachel ausgerissene Giftblase nicht zusammendrücken, damit nicht mehr Gift in die Wunde gelangt. Stichstelle mit Alkohol abtupfen. Kochsalz vermischt mit Speichel auf der Einstichstelle neutralisiert das Gift und vermindert die Schwellung. Je rascher die Behandlung nach dem Stich erfolgt, desto wirksamer ist sie. Wie alle Schwellungen lassen sich auch Bienenstiche mit kalten Umschlägen eindämmen. Im Sommer daher Multithermopack oder Kühlbeutel für den Fall der Fälle im Tiefkühlfach lagern. Bei Kreislaufkomplikationen helfen Calcium-Brausetabletten. Stiche im Mund- oder Rachenbereich sind lebensgefährlich. Daher auf schnellstem Weg ins Krankenhaus. Eislutschen hemmt die Schwellung. Stechen mehrere Insekten zu, sollte aufgrund der erhöhten Gifteinwirkung ein Arzt aufgesucht werden. Allergiker sollen immer Notfallmedikamente mit sich tragen. Bei Ohnmacht nach einem Stich lebensrettende Sofortmaßnahmen: In die stabile Seitenlage bringen, einengende Kleidungsstücke(Kragen, Krawatte) lockern etc.
